Treibhausgase

Definition Treibhausgase

Treibhausgase sind Gase, die sich in der Erdatmosphäre befinden und für den „Treibhauseffekt“ (mit)verantwortlich sind. Dabei halten sie den überwiegenden Teil der Wärmestrahlung zurück, die von der Erde abgegeben wird. Unterschieden werden kann zwischen Treibhausgasen natürlichen, sowie menschengemachten (anthropogenen) Ursprungs[1]. Für Temperaturen auf der Erde, die Leben ermöglichen, sorgt der natürliche „Treibhauseffekt“. Hierzu tragen überwiegend Wasserdampf, gefolgt von Kohlendioxid, Ozon, Lachgas und Methan bei[2].

UBA-Erklärfilm: Treibhausgase und Treibhauseffekte

Herausforderungen in Deutschland

Versursacht durch beispielsweise der Nutzung fossiler Brennstoffe, der Abholzung von Wäldern und der Viehzucht, nimmt die Konzentration der Treibhausgase zu, vor allem seit Beginn des Industriezeitalters in Form von Kohlendioxid. Der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt gilt zudem als Hauptursache des Klimawandels[3].

 

Anthropogene Treibhausgase bedrohen das atmosphärische Gleichgewicht vor allem in zweierlei Hinsicht:

  • Treibhausgasemissionen führen zu einem Anstieg der globalen Temperatur.
  • Die Klassischen Luftschadstoffe sind für Versauerung und Anreicherung diverser Nährstoffe in Böden von Ökosystemen verantwortlich[4].

Die Emissionen Deutschlands sind nach wie vor zu hoch. Zwei Prozent allein des weltweiten CO2-Ausstoßes wird von Deutschland verursacht. Nach dem Pro-Kopf-Vergleich befindet sich Deutschland weltweit auf Rang 26[5], im EU-Vergleich sogar auf Rang 1[6].

Vor allem der Energiesektor mit stationären (z. B. netzgekoppelte Anlagen) und mobilen Quellen (z. B. Batterien oder Akkus) emittiert in Deutschland Treibhausgase, darunter insbesondere Kohlendioxid. Etwa 80% aller Treibhausemissionen lassen sich auf den Energiesektor zurückführen[7]. Relevant sind aber auch die Emissionen der Industrieprozesse und der Landwirtschaft, wobei letztere v. a. durch die Freisetzung von Methan und Lachgas zu nennen ist[8].

Konsequenzen und erste Fortschritte

Insgesamt sind die Folgen des Treibhauseffektes und der damit einhergehenden Erderwärmung insbesondere:

  • Verschiebung der Klimazonen,
  • heftigere Niederschläge und Stürme, sowie generell extremeres Wetter,
  • Schmelzung der Polarkappen und Anstieg des Meeresspiegels
  • Gefährdung der menschlichen Gesundheit (z. B. Hautkrebs aufgrund des Ozonlochs)[9]

Das bedeutet schlussfolgernd, dass Dürreperioden und Hitzesommer wie im Jahr 2018 auch in Zukunft ganze Ernten vernichten werden. Ski-Urlaube in Deutschland sind nur noch im Gebirge möglich und lokale Katastrophenfälle oder das Aussterben von Waldgebieten häufen sich zunehmend. Zusätzlich ziehen die Auswirkungen des Treibhauseffekts weitere Konsequenzen nach sich – viele Insekten in Deutschland sind beispielsweise nicht sehr Hitzeresistenz, während an anderen Orten der Welt Heuschreckenplagen immer häufiger vorkommen[10]. Mehr Informationen hierzu lassen sich in diesem Steckbrief finden.

 

Kleiner Exkurs:

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass sich der Meeresspiegelanstieg stärker beschleunigt als noch vor wenigen Jahren angenommen. Auch aufgrund des verstärkten Abschmelzens der großen Eisschilde droht eine Beschleunigung des globalen Meeresspiegelanstiegs[11].

 

Erste Fortschritte:

In Deutschland wurden 2020 rund 739 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – rund 70 Millionen Tonnen (rund 8,7%) weniger als letztes Jahr. Im Vergleich zum Jahr 1990 bedeutet das sogar eine Reduktion von über 40%, damit hat Deutschland sein Klimaziel für 2020 erreicht. Das zeigt die Treibhausgas-Bilanz des Umweltbundesamtes (UBA)[12].

Damit setzt sich der positive Trend des Vorjahres auch 2020 fort. Die größten Fortschritte gab es in der Energiewirtschaft. Gründe für diese Entwicklung sind die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke.

Bis 2030 will Deutschland seine Emissionen laut Klimaschutzgesetz um mindestens 55 Prozent mindern[13].

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